Daniel-Straub-Realschule

DSR erhält ein neues Kuppeldach

Denkmalstiftung fördert die Sanierung der Daniel-Straub-Realschule mit 75.000 Euro für die Lichtkuppel

Die Daniel-Straub-Realschule in Geislingen ist seit 2010 ein Kulturdenkmal. Mit ihrer außergewöhnlichen Architektur der 1960-er Jahre gehört sie im Land zu den wenigen Schulbauten in organischer Sichtbetonweise. 2014 fand eine Generalinstandsetzung an dem Gebäude statt. Weil die Mehrkosten für den Denkmalschutz allein für die neue Lichthofüberdachung mehr als 920.000 Euro ausmachten, steuerte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg dafür einen ansehnlichen Betrag von 75.000 Euro bei.

Errichtet wurde die Daniel-Straub-Realschule von 1964 bis 1969. Für die Pläne zeichnet der Geislinger Architekt Veit Gmelich. Das so genannte Sandwich-Tragwerksystem der Kuppel wurde entwickelt von dem Bauingenieur Heinz Isler (1926 – 2009). Der Schweizer galt weltweit als der bedeutendste „Schalenbauer“. Charakteristisch „organisch“ an dem Sichtbetonbau der Schule ist das Innere – der Lichthof mit seinem raumgreifenden, skulptural gestalteten Treppenhaus. Belichtet wird der Innenhof durch ein kristallines Glasfaserdach, das aus glasfaserverstärkten Polyester-Verbundplatten besteht.


In den Sommerferien 2014 wurde die neue Lichtkuppel für die Daniel-Straub-Realschule zusammengebaut.

Die Kassetten der ursprünglichen Lichtkuppel waren vor der Sanierung stark eingetrübt. Weil Wasser eingetreten war, wurden sie geschädigt und rissig. Nicht nur der Lichteinfall war stark beeinträchtigt, vielmehr war dadurch auch die Statik gefährdet. So wurde jetzt die Lichthofüberdachung gemäß den denkmalfachlichen Anforderungen genau nach den ehemaligen Plänen von Heinz Isler rekonstruiert. Ein Ingenieur-Büro, das auf dem Gebiet der Kunstharztechnik erfahren ist, wurde damit beauftragt, das Tragsystem, das Material, die Systemmaße, Kassettenformate und die statische Funktion in derselben Ausführung wie damals zu erneuern. Die neue Lichtkuppel ist mittlerweile fertig konstruiert und wurde mit einem Kran auf das Schulhaus gehievt.


Foto: K.-H- Friedel

Finanzierung

Für die Stadt Geislingen ist die 3,5 Millionen Euro teure Generalsanierung dieses „jungen Kulturdenkmals“ finanziell eine gewaltige Last. Dafür muss sie Kredite aufnehmen. Weil aus dem Umland sehr viele Schüler nach Geislingen an die Realschule pendeln, hat die Stadt von der Schulbauförderung großzügige Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro erhalten. Die Landesdenkmalpflege fördert die Betonsanierung und Verglasungsarbeiten mit 75.000 Euro, und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg übernimmt 75.000 Euro für die Erneuerung der Lichtkuppel.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Die Daniel-Straub-Realschule in Geislingen ist eines von 38 Kulturdenkmalen im Land, die die Denkmalstiftung Baden-Württemberg im Jahr 2014 unterstützt. Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert sie besonders private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land einsetzen. Seit ihrer Gründung 1985 hat die Stiftung bürgerlichen Rechts mehr als 1.300 Maßnahmen gefördert, um Gebäude vor dem Verfall zu retten. Möglich ist dies, weil die Denkmalstiftung Baden-Württemberg neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital und großzügigen Spenden seit 2013 auch Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält.

Text: www.denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de


Im Inneren der Schule war während der Bauarbeiten nur wenig Platz für Schüler und Lehrer. Für die Montage des neuen Daches war ein riesiges Gerüst in der Aula erforderlich.